Glaubensfragen

Kann der natürliche Mensch auf Gottes Ruf antworten?

Ostmauer - originale Steine

Römer 3,11 macht klar, dass „da … keiner (ist), der Gott suche“. Daraus leiten wir ab, dass kein Mensch von sich aus Gott suchen würde und dann zur Bekehrung käme. Aber Joh. 6,44 sagt, „dass der Vater ihn zieht“, und Lukas 19,10 sagt „das der Sohn des Menschen gekommen ist, um zu suchen“, und Johannes 16,8 erklärt „dass der Heilige Geist von Sünde überführt“.

Der dreieine Gott leitet durch seine Güte den Sünder zur Buße. Das wird in Röm. 2,4 zusammengefasst: Gott leitet zur Buße, und zwar der dreieine Gott (der Vater zieht, der Sohn sucht, der Heilige Geist überführt). Es ist ganz wichtig, aus dem Wort zu erkennen, dass Gott dieses Werk an allen Menschen tut. Da irrt sich der Calvinismus, der sagt, dass dieses Werk nur an einer ausgewählten Gruppe von Menschen vollzogen wird.

Es wird auch behauptet, es gäbe sozusagen einen allgemeinen Ruf Gottes, der alle Menschen erreiche, und einen speziellen Ruf, der nur die Auserwählten erreiche; und nur diese könnten gerettet werden. Das ist eine vollkommene Verdrehung des Evangeliums. Gott ruft nicht einfach die Menschen, die sowieso nicht errettet werden können, weil er sie nicht will. Sondern er ruft durch das Evangelium und durch das Zeugnis der Schöpfung alle, auch die, die das Evangelium noch nie gehört haben; das machen Römer 1 und Psalm 19 klar. Gott wirkt an allen Menschen.

Doch zeigt uns dann Röm. 2,4 klar, dass der Mensch verloren geht, der diese Güte Gottes, die ihn zur Buße leiten will, ablehnt, indem er bis zum Schluss, bis seine Gnadenzeit abläuft, störrisch bleibt. Das ist aber seine Verantwortung. Das macht deutlich, dass der Mensch sich selber willentlich zur Bekehrung entscheiden kann. Weil Gott zieht, ist es möglich, dass der Mensch selbst mit der in 1. Kor. 2,14 beschriebenen Haltung („Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine
Torheit.“) trotzdem die Botschaft aufnimmt. Weil Gott an ihm wirkt, kann er es, was die Bekehrung betrifft, annehmen. Das macht ihn verantwortlich, und darum wird in der Bibel immer wieder betont, dass jemand verloren geht, weil er nicht wollte. Der Herr Jesus sagt in Mt 23,37 (Lk 13,34): „Wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen …, aber ihr habt nicht gewollt!“

Das wird der Vorwurf beim letzten Gericht vor dem großen weißen Thron in Offbg. 20,11 sein. Der Herr Jesus wird einmal sagen können: „Du hast nicht gewollt. Ich wollte und ich habe dich gesucht, aber du hast das nicht gewollt.“ So wird der Mensch wirklich aus eigener Verantwortung verloren gehen, der diese Gnade nicht annimmt. In Joh. 5 sagt der Herr Jesus, dass die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden. Diejenigen, die sie hören, hören im Sinn von hörend aufnehmen, werden leben. Das macht ganz klar, dass
diese calvinistische Ansicht, dass jemand zuerst wiedergeboren wird, und dann erst würde er sich bekehren, eine völlige Verdrehung der biblischen Tatsachen ist.

Es ist auch gefährlich, weil das dazu führen kann, dass Menschen denken, es käme nicht auf sie an. „Wenn ich gerettet werden soll, dann macht das Gott, und wenn nicht, dann bin ich eben einer, der nicht auserwählt ist, und dann gehe ich sowieso verloren!“ Das stimmt nicht! Wir müssen die Menschen ernstlich ermahnen, wie 2. Kor. 5 sagt: „Wir ermahnen euch an Christi Statt, lasst euch versöhnen mit Gott!“ Dieser Ruf würde ja gar nichts nützen, wenn diese calvinistische Ansicht stimmen würde. In Joh. 1,12-13 lesen wir: „Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.“ Sie nehmen ihn zuerst als Retter auf, und dann bekommen sie das Recht, Kinder Gottes zu werden, und als Kinder Gottes bekommen sie das neue Leben durch die Wiedergeburt.

Gemäß Joh. 8,47 ist das Charakteristische eines Wiedergeborenen, dass er Gottes Wort hört. Und das Charakteristische von jemandem, der nicht aus Gott geboren ist, besteht darin, dass er nicht hört. Hast du schon erlebt, dass jemand, der von neuem geboren ist, nicht auf Gottes Wort gehört hat und ungehorsam war? Ja, leider.

Wenn es auch das Normale ist, dass ein Mensch, der von Gott getrennt ist, nicht auf Gottes Wort hört, so ist es doch so, dass Menschen zum Glauben kommen, weil Gott sie zieht, und nicht aus eigener Kraft. Die Tatsache, dass der Vater sie gemäß Joh. 6,44 zieht, der Sohn sie nach Lukas 19,10 sucht und der Heilige Geist, wie es Joh. 16,6 besagt, überführt, ist die Erklärung dafür, dass ein natürlicher Mensch (1. Kor. 2,14) hören kann.

Das entspricht auch Johannes 5,25, wo der Herr Jesus von den geistlich Toten sagt: „Es kommt die Stunde und ist jetzt, da die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie gehört haben (oder die ihr Gehör geschenkt haben) werden leben.“ Es ist ganz klar, dass „die Toten die Stimme hören“ und dann zum Leben kommen. Sie können sie hören, weil Gott von seiner Seite aus sein Werk durch „ziehen, suchen und überführen“ ausführt. Um die falsche Idee von einer Gleichzeitigkeit von Wiedergeburt und Bekehrung
kräftig und klar zu widerlegen, lesen wir in Johannes 1,12: „So viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht Kinder Gottes zu werden.“ In Joh. 1,13 wird ausgeführt, „dass sie aus Gott geboren sind“. Zuerst kommt das „Aufnehmen“; dann bekommen die, die „ihn aufnahmen“, die Vollmacht, „Kinder Gottes“ zu werden. Ein „Kind Gottes“ zu sein, heißt Leben aus Gott zu haben, wiedergeboren zu sein. Das ist Gottes Antwort auf das Aufnehmen des Sohnes Gottes.

Roger Liebi

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